Vogel des Jahres 2019

Warum heute so viele unserer gefiederten Freunde bedroht sind

Vogel oder Pflanze des Jahres. Was wie eine Auszeichnung klingt, gibt Natur- und Artenschützern Anlass zur Sorge. Denn „ausgezeichnet“ werden vor allem jene, die sich in unserer heimischen Natur längst rar machen. Etwa die Feldlerche, die als Vogel des Jahres 2019 damit bereits zum zweiten Mal – nach 1998 – in den Fokus unseres Bewusstseins gerückt wird. Feldlerche Vogel des Jahres 2019

Eine lange Tradition des menschlichen Versagens

Dabei hat diese Wahl, die gemeinsam vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) und dem LBV, dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern, durchgeführt wird, eine lange Tradition. Denn bereits seit 1971 gibt es diese bundesweite Kampagne, die uns gefährdete Arten vorstellt und damit auch auf unseren Umgang mit der Natur und die Fehler, die im Umweltschutz gemacht werden, hinweist. Ein deutscher „Exportschlager“, da seit der Jahrtausendwende der vom NABU gekürte Vogel auch in der Alpenrepublik Österreich besonders geehrt wird.

Der Vogel des Jahres 2019 ist ein typischer Agrarvogel

Dabei ist der Vogel des Jahres 2019, die Feldlärche, ein typischer Agrarbewohner, der einst in Europa vom hohen Norden bis zur Südspitze Italiens, aber auch auf den griechischen Inseln oder in der Türkei, zu Hause war. Allerdings vermochten, wie der Landesverband Berlin des NABU erklärt, selbst die Wahl und die Aufmerksamkeit des Jahres 1998 die Bestände der Feldlärche nicht wirklich zu stärken, so dass der Vogel heuer nochmals nominiert wurde.

Wenn die intensive landwirtschaftliche Nutzung zum Problem wird

Dabei setzt die ständig intensivierte Landwirtschaft freilich auch anderen Agrarbewohnern, wie den Rebhühnern, zu. Denn auch diese bevorzugen, gerade wie die Feldlerche, eine niedrige, teils lückenhafte Vegetation, so dass der intensive Maisanbau für die typischen „Offenlandvögel“ zu einem immensen Problem wird. Dadurch befinden sich die Bestände der Feldlerche, wie der NABU beklagt, in einem dramatischen Sinkflug. Vermutet wird ein Bestandsrückgang um 38 (!) Prozent, wenngleich es in manchen Regionen nach wie vor zahlreiche Brutreviere gibt.


Regionale Probleme und regionale Highlights

Tatsächlich finden einige Feldlerchen just in Berlin, etwa auf dem Tempelhofer Feld, wichtige Rückzugsorte. Denn hier wird nicht gedüngt und dürfen auch vermeintliche Unkräuter noch wachsen. Deren Samen und Keimlinge, aber auch Regenwürmer, Spinnen und andere Wirbellose, dienen den Feldlerchen zur Nahrung, so dass die Vögel in intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Regionen gleich ein doppeltes Problem haben – das Schwinden von Lebensräumen wie auch den Mangel an geeignetem Futter.

Ist Vögel füttern die Lösung?

Letztendlich verschaffen daher auch der Erhalt von Bachflächen und der Schutz unserer heimischen Insekten vielen unserer bedrohten Singvogelarten die so dringend benötigte Verschnaufpause. Dennoch stoßen wir als Naturfreunde, die Vögel im heimischen Garten schützen und füttern wollen, natürlich häufig an unsere Grenzen, weil viele der bedrohten Arten im Wald, an der Küste oder weit draußen auf dem flachen Land leben. Insofern müssen wir einsehen, dass wir mit unseren Brutkästen und Futterstellen nur wenig für die Feldlerche tun können. Dennoch gibt es andere Arten, wie Sperlinge, Stare und Rotkehlchen, die davon profitieren. Wer am Stadtrand, nahe eines Parks oder der ersten Wälder wohnt, kann mit seinem Vogelfutterhaus manchmal sogar Spechte anlocken. Also Arten, die ebenfalls schon zum Vogel des Jahres gekürt wurden. Das Rotkehlchen etwa 1992. Denn obgleich (noch) nicht wirklich selten, müssen wir einsehen, dass auch hier die Bestände zurück gehen, weil die zunehmende Zersiedelung der Landschaft und die immer weiter ausufernde Flurbereinigung zu einem Problem werden. Damit bilden dann naturnahe Gärten und Parks einen wichtigen Rückzugsort für das Rotkehlchen, das als Halbhöhlenbrüter (Baumhöhlen, aber auch Löscher in Böschungen) zudem von unseren künstlichen Bruthöhlen und Nistkästen profitiert.

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